Bericht 2011

Zahlen und Fakten zur 2. Mitteldeutschen Studentenkonferenz

Vortragende:
9 Absolventen und Studierende folgender Hochschulen:
TU Dresden, HTW Dresden, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Hochschule Anhalt, Fachhochschule Merseburg, Westsächsische Fachhochschule Zwickau

Preisgelder:
1500 €, 1000 €, 500 € (für die drei Erstplatzierten) + Eintrittskarten zum 28. Deutschen Logistik-Kongress der BVL incl. Einladung zur STILL Abendveranstaltung; iPod´s für die weiteren Platzierten

Sponsoren und Partner:
STILL GmBH, Vanderlande Industries, Technische Universität Dresden, LogistikPlan GmbH, EADS Elbeflugzeugwerke Dresden

Outdoorsequenzen:
„Das zweite Leben eines Flugzeuges“ – EADS Elbeflugzeugwerke Dresden
„Automobilproduktion im Herzen der Stadt“ – VW Gläserne Manufaktur Dresden

Teilnehmer:
mehr als 60 Personen aus Wissenschaft und Praxis

Schirmherr und Juryvorsitzender:
Prof. Dr.-Ing. Thorsten Schmidt (TU Dresden)

Jury:
Prof. Dr.-Ing Thorsten Schmidt (TU Dresden), Prof. Dr. Hans-Jürgen Kaftan (HS Anhalt), Prof. Dr. Rainer Lasch (TU Dresden), Matthias Klug, Jan-Christoph Sachse (beide STILL GmbH)

Einen ausführlichen Bericht zur Konferenz finden Sie hier:

Am 09. Juni 2011 veranstaltete die Studentische Regionalgruppe Sachsen der Bundesvereinigung Logistik (BVL) die 2. Mitteldeutsche Studentenkonferenz. Als diesjähriger Austragungsort wurde die TU Dresden unter der Schirmherrschaft von Prof. Thorsten Schmidt (Professur für Technische Logistik) ausgewählt. In drei Vortragssequenzen konnten neun Studenten und frische Absolventen deutscher Hochschulen ihre Abschlussarbeiten vorstellen, die sich in einer Vorauswahl gegen zahlreiche andere Mitbewerber durchgesetzt hatten. Die ausgewählten Beiträge boten den über 60 Teilnehmern die Basis für einen intensiven fachlichen Austausch während den Pausen zwischen den Vortragssequenzen und auch beim abendlichen „Get-Together“.

Im Vordergrund der Veranstaltung stand die Präsentation hervorragender studentischer Abschlussarbeiten. Die Themenstellungen deckten nahezu die gesamte logistische Bandbreite ab. Von der Simulation kostenoptimaler Lieferantenbeziehungen unter Einbeziehung externer Kostenfaktoren über die Analyse komplexer Materialflussanalagen im laufenden Betrieb bis hin zur Entwicklung eines Algorithmus für optimale Artikellagerungsstrategien, bekam das Auditorium bestehend aus Studenten, Absolventen sowie Vertretern der Wirtschaft alles geboten. Eine fachkundige Jury bestehend aus Prof. Thorsten Schmidt (TU Dresden), Prof. Hans-Jürgen Kaftan (Hochschule Anhalt), Prof. Rainer Lasch (TU Dresden) sowie Matthias Klug und Jan Christoph Sachse (beide STILL GmbH) bewertete die vorgetragenen Arbeiten mit dem Ziel, im Anschluss an die Vortragsreihe den Preis für die beste Abschlussarbeit zu verleihen. Dank großzügiger Spenden der Sponsoren STILL GmbH, Vanderlande Industries sowie der LogistikPlan GmbH, die die Durchführung der Veranstaltung erst ermöglichten, konnten den Preisträgern Geld- und Sachpreise gewährt, eine begleitende Posterausstellung realisiert und allen Teilnehmern ein attraktives Rahmenprogramm geboten werden.

1.    Vortragssequenz
Das Vortragsforum eröffnete Dipl.-Wirt.-Ing. Hannes Hahne, Absolvent der TU-Dresden, mit der Vorstellung des Themas seiner Diplomarbeit zur „Entwicklung eines Konzeptes zur wissensbasierten Einordnung von Stückgutförderern“. In diesem Beitrag lag das Hauptaugenmerk auf der Verwendung wissensbasierter Konzepte, die in den Betriebs- und Ingenieurwissenschaften aktuell noch sehr exotisch sind. Herr Hahne sah in der Konzipierung einer Wissensbasis zur Systematisierung von Förderzeugen speziell eine informationslogistische Herausforderung. Diese löste er mit einem innovativen Einsatz von Ontologien und empfahl diese auch für weitere logistische Fragestellungen als Lösungsmethode zu verwenden.

Im zweiten Vortrag stellte Diplom-Wirt.-Ing. Nathalie Volk ihre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg angefertigte Diplomarbeit über eine „Machbarkeitsstudie eines Outbound-Monitoring“ vor. Die Notwendigkeit der Bearbeitung der Themenstellung wurde aus der bestehenden Intransparenz im weltweiten Distributionsnetz deutlich. Frau Volk zeigte deutlich auf, welches enorme Nutzenpotential die Einführung eines Outbound-Monitoring-Systems mit sich bringt, wenn es in Form eines Supply Chain Event Managements-Systems umgesetzt wird.

Die erste Vortragssequenz beendete MBA Niaz Khan von der Hochschule Anhalt mit der Vorstellung seines Projektleitfadens für den „Einsatz der RFID Technologie im Produzierenden Ernährungsgewerbe“. Er gewährte dem Auditorium einen Einblick in ein Forschungsprojekt, das sich auf den Einsatz von RFID in kleinen und mittelständischen Unternehmen konzentriert. Innerhalb dieses Forschungsprojektes wurden unter anderem Konzepte zur Identifikation von Einsatzgebieten der RFID-Technologie, die Ausarbeitung von Methodologien zur Kosten-/Nutzenanalyse sowie die Erstellung eines ganzheitlichen Konzeptes zur Durchführung von RFID-Projekten in der Nahrungsmittelindustrie erarbeitet.

2.    Vortragssequenz
Die zweite Vortragsreihe eröffnete Diplom-Kauffrau Marianna Bartsch mit ihrer an der TU-Dresden angefertigten Diplomarbeit zum Thema „Risikomanagement in der Lieferantenbeziehung – Möglichkeiten zur praxisorientierten und kontinuierlichen Bewertung von Lieferantenrisiken“. Frau Bartsch erläuterte in ihrem Vortrag, warum der Analytic Network Process (ANP) ein geeignetes Verfahren darstellt, nicht nur Einzelrisiken sondern auch die umfassende Berücksichtigung von Risikokorrelationen in die Lieferantenrisikobewertung einzubeziehen. Somit ist es möglich Lieferanten in ihren Risiken vergleichen zu können, um die Entscheidung zur Lieferantenauswahl basierend auf einer Risikobetrachtung zu ermöglichen.

Mit dem „Vergleich des See- und Schienengüterverkehrs zwischen China und Europa am Beispiel eines Transportes von matallurgischen Walzen von Tianjin (China) nach Zhoblin (Weißrussland)“ beschäftigte sich Dipl.-Wirt.-Sin. Alin Preuß in ihrer Diplomarbeit an der Westsächsischen Fachhochschule Zwickau. Dabei wurde der gängige Seegüterverkehr über den Suezkanal mit Nachlauf über Dresden mit dem alternativen Schienengüterverkehr über die Eurasische Landbrücke verglichen. Im Ergebnis kam Frau Preuß auf die Empfehlung den Schienengüterverkehr erst einmal bei einem geeigneten, nicht-zeitkritischen Probeauftrag zu testen und für die Gewährleistung einer pünktlichen Lieferung den bisherigen Weg über den Seegüterverkehr beizubehalten.

Einen bleibenden Eindruck unter den Zuhörern hinterließ Diplom-Kaufmann Sven Säuberlich (TU-Dresden) mit seinem Vortrag über die „Entwicklung eines softwaregestützten Entscheidungsinstruments zur Berechnung der kostenminimalen Artikellagerungsstrategie am Beispiel der REWE Group“. Den mit steigendem Kostendruck durch zunehmende Individualisierung von Kundenwünschen einhergehenden erhöhten Personalkosten (Überstunden) und Lagerungskosten zur Abwicklung des Materialflusses wurde mit einem Ansatz zur Effizienzsteigerung durch das Ausnutzen bestehender Distributionsstrukturen entgegengewirkt. Im Weiteren wurden Bündelungs- und Synergieeffekte bei langsam drehenden Artikeln, eine höhere Warenverfügbarkeit bei variierenden Kundenanforderungen sowie geringere Wartezeiten für Vorbestellartikel erreicht.

3.    Vortragssequenz
Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Kristina Wilhelm erörterte in ihrem Vortrag über eine „Studie zur Einführung einer flussorientierten Fertigung in einem bestehenden Scheibenprüffeld der Halbleiterfertigung unter Berücksichtigung von Wertstromdesign“ (HTW-Dresden) die Durchlaufzeitreduzierung von Losen mit Hilfe von organisationalem Lernen um bis zu 70%. Sie identifizierte vor allem losspezifische Taktpläne, hohe Überwachung und Kontrolle sowie ein proaktives Variabilitätsmanagement als Erfolgsfaktoren um Reaktionszeiten zu reduzieren.

Dipl.-Wirt.-Ing. Robert Schmaler (TU-Dresden) referierte über Probleme in der Analyse großer Ereignisdatenmengen im laufenden Betrieb. In seiner Diplomarbeit über die „Entwicklung eines adaptiven Verfahrens für auswertungsrelevante Ereignishorizonte in der Online-Diagnose komplexer Materialflusssysteme“ stellte er vor allem die Verwendung gemeinsamer Prozesskennwerte über verschiedene Systemzustandsänderungen als Problem in der auf Ereignisdaten basierenden Schwachstellenanalyse heraus. Mit Hilfe der Definition variabler Zeitbereiche unter Verwendung der SPC-Methode (Statistical Process Control) konnte diesem Problem entgegengewirkt werden.

Schließlich präsentierte Frau Christin Frisch von der Fachhochschule Merseburg die „Simulation und Optimierung intermodaler Transportketten unter Berücksichtigung externer Umweltkosten“. Um in der Zukunft nachhaltig agieren zu können, sind für die Planung des Gütertransportes Umweltkosten wie bspw. Luftverschmutzung, CO2-Emission und Lärmbelästigung zu berücksichtigen. Mit Hilfe des Simulations- und Optimierungswerkzeuges PATHFINDER wurden die Auswirkungen auf optimale Transport- und Umschlagprozesse bei Betrachtung externer Umweltkosten von Frau Frisch anschaulich dargestellt.

Alle Referenten wurden dem Anspruch der Organisatoren gerecht und zeichneten sich so durch einen hohen Praxisbezug aus. Zur fachlichen Abrundung stellte Hauptsponsor STILL Megatrends in der Intralogistik vor und lieferte dadurch ein würdiges Ende der Vortragsreihe Mit einem stetigen Spannungsaufbau bis hin zur Vorstellung des innovativen Konzeptes des CubeXX fesselten die Vortragenden ihre Zuhörer und gaben den anwesenden Studenten sowie frischen Absolventen einen tiefen Einblick in den Innovationsfindungsprozess eines „Global Players“.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die mit Spannung erwartete Preisverleihung. Die Juroren kürten Herrn Sven Säuberlich zu einem würdigen Sieger der 2. Mitteldeutschen Studentenkonferenz. Dieser durfte sich über ein von der Firma STILL gesponsertes Preisgeld in Höhe von 1.500 € sowie eine Einladung zum diesjährigen Deutschen Logistik-Kongress (19.-21. Oktober 2011) in Berlin freuen. Ebenfalls mit Preisgeld (1.000 € bzw. 500 €) sowie einem Ticket für den Kongress wurden die Plätze 2 (Hannes Hahne) und 3 (Robert Schmaler) ausgezeichnet. Es passte zu der von allen Beteiligten als vollkommen gelungen eingestufte Veranstaltung, dass auch die auf den weiteren Plätzen gelandeten Vortragenden nicht leer ausgingen: jeder erhielt einen iPod-Shuffle. Dank STILL!

Die gegenüber dem Vorjahr weiter gewachsene Anzahl der Teilnehmer dürfte neben den vielen individuellen Fachgesprächen in den Pausen sowie auf den gemeinsamen Ausflügen vor und nach der Vortragsreihe, den Veranstaltern viel Zuversicht für die Austragung der 3. Mitteldeutschen Studentenkonferenz im Jahr 2012 geliefert haben.

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